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Die „Naturapotheke“ vor Ihrer Haustür
Es ist wieder so weit: Frühling lässt sein
blaues Band… Aber auch die grünen Schätzchen lassen nicht auf sich warten! Die
ersten Brennnessel-Winzlinge lugen frech aus der Laubdecke, in der Hoffnung,
dass man ihnen kein (Brenn-)Härchen krümme, der Giersch, ungeliebtestes
„Unkraut“ hat sich wieder mal allen Ausrottungsbestrebungen widersetzt, erste
harmlos wirkende Hopfentriebe lassen noch nicht auf die verschlungenen Wege
schließen, die sie über alle Nachbarzäune hinweg gehen, sobald sie der Pubertät
entwachsen sind. Und die Löwenzahnstauden im Rasen? Hatte man sie nicht sorgsam
ausgestochen, um die uni-grüne Ordnung nicht mit den unberechenbaren gelben
Farbtupfern zu zerstören?
Bevor Sie nun erneut Kampfpläne schmieden,
möchte ich Ihnen das vollkommenste und wirksamste Nahrungsergänzungsmittel –
oder eher ein wahres Lebensmittel - vorstellen, das außerdem auch noch
gratis vor Ihrer Haustür wächst.
Ja, Sie lesen richtig: Das Arsenal einer ganzen
Apotheke an Multivitaminen, Mineral- und Arzneistoffen verbirgt sich in Ihrem
Garten, auf der Wiese, im Gemüsebeet, zwischen den Sträuchern: Ungeliebt, bis
aufs (Rasenmäher-)Messer bekämpft, Unkraut geschimpft: Nennen wir sie
doch liebevoll „Wildkräuter“!
Schauen wir uns doch mal
die „Sonnenseite“
von Löwenzahn, Brennnessel, Giersch & Co. an:
| • |
Grünkräuter in ihrer Vielfalt enthalten alle dem menschlichen
Organismus dienlichen Vitalstoffe, nämlich sämtliche
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Aminosäuren,
das so wertvolle Chlorophyll sowie Ballaststoffe in perfekter
Ausgewogenheit. |
| • |
Chlorophyll, das Blattgrün, ist
dem Hämoglobin unseres Blutes sehr ähnlich. Es hat stark entgiftende und vitalisierende Wirkung und versorgt unsere Zellen mit einer Extraportion
Sauerstoff. Außerdem wirkt es jeder (unangenehmen) Art von Körpergeruch
entgegen.Die Faserstoffe „fegen“ den Darm
regelrecht, binden Toxine und Entzündungsstoffe und wirken so Darmerkrankungen
entgegen. |
| • |
Wildpflanzen sind durch den hohen
Mineralstoffgehalt stark basisch und damit ein ideales Mittel, um den Körper zu
entsäuern, zu entgiften und zu entschlacken. |
| • |
Wildkräuterkost unterstützt
gewünschten Gewichtsabbau sehr wirksam. Mehrmals täglich genossen, verhindern
sie Heißhungergefühle und besonders „Süßhunger“. Durch die Bitterstoffe werden
die Verdauungssäfte gefördert, der gesamte Stoffwechsel wird angeregt und der
Blutzuckerspiegel reguliert. |
| • |
Die Konzentration der Vitalstoffe
in Wildpflanzen ist so hoch, dass wir uns bei regelmäßigem Verzehr keine
Gedanken über irgendwelche Mängel machen müssen (siehe Tabelle). |
| • |
Wildkräuter enthalten viel
resorbierbares Kalzium und hochwertiges, für den menschlichen Organismus
rückstandslos verwertbares Eiweiß (im Gegensatz zu tierischem Eiweiß). |
| • |
Wildpflanzen sind ein
Lebenselixier erster Güte, denn sie enthalten feinstoffliche Energiefelder
(Biophotonen / Lichtteilchen) und haben somit eine direkte energetisierende und
formbildende Wirkung auf den Körper. |
| • |
Fast alle
Wildpflanzen sind auch „Heilkräuter“, und Sie machen sich deren
jeweiliges Heilprinzip zunutze, in vorbeugender oder auch
heilender Weise. |
| • |
Wir können sie stets frisch und
jung ernten. |
| • |
Wildpflanzen wachsen ohne
chemische Keule auf, vorausgesetzt, Sie sammeln an einem unbelasteten Ort. |
Kleiner Vergleich der Vitamin- und
Mineralstoffgehalte der Wildpflanzen
mit den Kulturpflanzen
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Mineralstoffgehalt (in Milligramm pro
100
g Pflanze) |
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Kulturpflanze |
Magnesium
|
Eisen |
Wildpflanze |
Magnesium |
Eisen |
|
Kopfsalat |
11 |
1,1 |
Vogelmiere |
39 |
8,4 |
|
Chicoree |
13 |
0,7 |
Franz.kraut |
56 |
14,0 |
|
Weißkohl |
23 |
0,5 |
Huflattich |
58 |
3,8 |
|
Rotkohl |
18 |
0,5 |
Knöterich |
69 |
3,9 |
|
Blumenkohl |
17 |
0,6 |
Wilde Malve |
58 |
5,1 |
|
Mittelwerte |
16,4 |
0,68 |
Mittelwerte |
56 |
7,04 |
Erkenne: Überlegenheit der Wildpflanzen bei
Magnesium: 3-fach,
bei Eisen: 10-fach!
Ähnliches trifft für den Kalziumgehalt zu.
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Vitamin C
(in Milligramm pro
100
g Pflanzen) |
Provitamin A
(Carotingehalt)
(in Mikrogramm pro
100
g Pflanzen) |
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Kulturpflanze |
Wildpflanze |
Kulturpflanze |
Wildpflanze |
|
Endiviensalat |
10 |
Bärenklau |
291 |
Rotkohl |
2,5 |
Giersch |
114 |
|
Chicoree |
10 |
Gr.Brennnessel |
333 |
Blumenkohl |
1,73 |
Wiesenkerbel |
119 |
|
Kopfsalat |
13 |
Weidenröschen |
351 |
Wirsing |
6,5 |
Brennnessel |
123 |
|
Gr. Bohnen |
20 |
Gr.Wiesenknopf |
360 |
Weißkohl |
7,0 |
Gr.Wiesenknopf |
151 |
|
Spargel |
21 |
Gänsefingerkraut |
402 |
Chinakohl |
7,83 |
Wilde Malve |
101 |
|
Mittelwerte |
14,8 |
|
347.4 |
Mittelwerte |
5,11 |
|
121,6 |
Man staune: Überlegenheit der Wildpflanzen
23-fach!
(Quelle: FRANKE, W., Institut für
Landwirtschaftliche Botanik der Universität Bonn, Ernährungswiss. Umschau
28.6.1981)
Hinweise für das Sammeln
von Wildkräutern
| • |
Sammeln Sie nur an unbelasteten
Standorten (eigener Garten, Wiesen abseits von Straßen). |
| • |
Pflücken Sie nur junge, zarte,
hellgrüne Pflanzenteile bzw. die oberen Triebe (z. B. bei Brennnessel), damit
die Pflanze sich regenerieren kann und Sie über die ganze Vegetationsperiode
„junges Gemüse“ haben. |
| • |
Kosten Sie und erspüren Sie, von
welchen Pflanzen Sie viel, von welchen wenig nehmen sollten. Bei mir z.B. bilden
neutral schmeckende und in großen Mengen vorkommende Kräuter wie Löwenzahn,
Brennnessel und Giersch den „Grundstock“. |
| • |
Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie
gut kennen und sicher identifiziert haben. Besorgen Sie sich ein gutes
Wildpflanzenbuch. |
| • |
Waschen Sie die Wildkräuter gut,
und verbrauchen Sie diese möglichst gleich oder lagern Sie sie kurzzeitig im
Kühlschrank. Einfrieren ist möglich, wenn auch nicht optimal. |
| • |
Essen Sie die Wildkräuter
möglichst roh und streuen Sie diese erst zum Schluss auf warme Speisen (nicht
unterrühren). Brennnesselsuppe hat zwar „Tradition“, aber kaum noch Kraft,
deshalb wenigstens einen Teil der Kräuter roh zusetzen. |
| • |
Beginnen Sie mit kleinen Mengen,
um sich an den leicht bitteren (aber verdauungsfördernden) Geschmack zu
gewöhnen. Schneiden Sie die Kräuter anfangs sehr klein und streuen Sie sie über
Ihre Gerichte, Salate, in den Quark, aufs Brot.... |
| • |
Richten Sie später ganze Salate
damit (verzichten Sie dafür auf Kopfsalat), indem Sie die Grünkräuter nur grob
zerschneiden und mit Gemüse oder Obst Ihrer Wahl kombinieren. |
| • |
Fügen Sie Wildsalaten einen
kleingeschnittenen Apfel oder einige Rosinen oder Bananenstücke hinzu, das nimmt
die leichte Bitterkeit. |
| • |
Erfinden Sie eine leckere
Salatcreme mit Nuss-, Mandel- oder Sesammus, Zitrone, Joghurt o.ä. |
| • |
Wenn Sie Nüsse, Mandeln,
Sonnenblumen- oder Kürbiskerne hinzufügen, erhalten Sie eine mehr als
vollwertige Mahlzeit. |
| • |
Sollten Sie aufgrund von
Versäuerung Obst nicht gut vertragen, essen Sie etwas Wildkraut dazu - das
neutralisiert durch den hohen Mineralstoffgehalt. Trotz des Säuregehalts wird
Obst im gesunden Organismus normalerweise basisch verstoffwechselt.
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| • |
Naschen Sie auch Blüten, und
dekorieren Sie Ihre Speisen damit! Sie führen sich damit neben der Lichtenergie
auch noch die Information der „Schönheit“ zu: Nicht umsonst sagt man, dass das
Essen von Blüten schön macht. |
| • |
Sammeln Sie für Heilkräutertees,
so dürfen die Kräuter vor dem Trocknen nicht gewaschen werden, d. h. sammeln Sie
an sauberen Standorten und nicht in Erdnähe. |
- Lassen wir uns doch mal überraschen, was unsere
- meistbekämpften „Unkräuter“ für uns tun können
Brennnessel (Urtica dioica):
Zu Unrecht gefürchtet: Die
Brennnessel wirkt blutreinigend, entwässernd, putzt den gesamten Verdauungstrakt
durch, aktiviert die Abwehrkräfte, beruhigt die Nerven. Sie ist sehr
siliziumhaltig, blutreinigend, entschlackend, stärkt Haut und Knochen, reich an
Eisen, Vitamin C, A und K, wirkt lt. neueren Studien sehr gut gegen Rheuma und
Gicht sowie gegen Arthrose. Nur ganz jung ernten, die Brennhaare brechen ab,
wenn man sie zwischen den Fingern oder beim Schneiden zerdrückt.
Giersch/Geißfuß (Aegopodium podagraria):
Die zarten, sich gerade
entfaltenden Blätter schmecken sehr würzig, man kann sie in größerer Menge
verzehren. Sie enthalten viele Mineralien, sehr viel Beta-Karotin und wirken –
wie ihr lateinischer Name verrät – gegen Gicht (Podagra) und Rheuma, weil sie
sehr viel Basen liefern und Säuren - wie Harnsäure - ausleiten können.
Löwenzahn (Taraxacum officinale):
wirkt aufgrund seiner
Bitterstoffe besonders heilsam auf Leber und Nieren, ist blutreinigend (zur
Frühjahrskur täglich 5 – 10 Stengel kauen!), ist
nützlich bei Rheuma und Gicht, Hautkrankheiten, Fettsucht, Gallensteinen,
Knorpeldegeneration. Das Kraut ist reich an Vitamin C und vielen Mineralien.
Junge Blättchen verwenden, aber auch die Blütenblätter.
Hopfensprossen (Humulus lupulus):
Junge Hopfensprossen schmecken
sehr angenehm und knackig, fast spargelähnlich. Sie wirken gegen Leberstau,
Gicht und Rheuma, Nervenunruhe und Depression, dies vielleicht aufgrund ihres
Gehaltes an Cholin (Lezithin). Hopfen hat auch eine leichte phytoöstrogene
Wirkung und lindert Beschwerden der Wechseljahre.
Schafgarbe (Achillea
millefolium):
Die ganz kleinen zarten
Blättchen schmecken sehr würzig und enthalten viele heilsame Stoffe für die
Atemwege, für Magen, Darm und Herz. Sie ist ein erstklassiges Heilmittel für
alle Frauenleiden.
Noch weitere essbare „grüne
Schätze“:
Wilde Möhre, Ackerschachtelhalm
(ganz zarte Triebe), Sauerampfer, Sauerklee, Spitzwegerich, Kapuzinerkresse,
Ringelblume, Fenchel, Gänsefingerkraut, Gundermann, Weidenröschen, Vogelmiere,
Franzosenkraut, Melde, Schlüsselblume, Veilchen, Maiaustrieb von Fichten und
Lärchen, Lindenblüten und –blätter, Holunderblüten und –triebe, Scharbockskraut
(vor der Blüte), Wiesenbocksbart, Brunnenkresse, Bärlauch, Knoblauchrauke,
Nachtkerze
immer nur ganz junge
Triebe/Blättchen und nicht zuviel von einer Sorte!
Und hier noch ein paar Rezeptanregungen
Wildkräutersalat I
Junge, zarte Wildkräuter
(größere Menge), Gewürzkräuter (kleinere Menge) und einige essbare Blüten im
Garten sammeln, waschen, grob schneiden. In einer Schüssel mit Apfel- oder
Bananenstückchen oder einigen Rosinen vermischen, mit Zitrone, etwas Honig und
gutem Öl (Olivenöl, Lein-, Raps-, Weizenkeimöl) oder Nussmus anmachen.
Sonnenblumenkerne oder Nüsse / Mandeln dazu.
Wildkräutersalat II
Wildkräuter vorbereiten wie
oben und mit kleingeschnittenem Gemüse kombinieren (Tomate / Gurke / Zucchini
oder Wurzelgemüse, Zuckerschoten o.a.) mit Salatdressing oder Avocado-Salatcreme
anrichten.
Salatdressing
–
(den besten Salat kann man
mit einem Supermarkt-Dressing erschlagen!)
Zitronensaft oder
Balsamico-Essig, Olivenöl, Shoyu oder Tamari, etwas Wasser und ev. Gewürze
verschütteln.
Grüner
Schönheits-Trunk – statt Abendbrot, für
einen regelrechten „Verjüngungsschlaf“ oder als „Morgenstarter“
Milch/Sojamilch/Ziegenmilch oder
Joghurt/Kefir, Banane und viel Wildkräuter cremig mixen. Variationen: etwas
Honig, Pollen, Weizenkeime, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Mandelmus, Lein- oder
Weizenkeimöl o. ä. mitmixen. Langsam löffeln (kauen!).
Schlaf-Trunk
hilft, das schlaffördernde Hormon Melatonin zu
bilden
1 Tasse Milch/Joghurt, 1 Banane, 2 Datteln
oder 1 Tl Honig, gemahlener Mohn, einige beruhigende Kräuter wie Melisse,
Borretsch, Lavendel, Pfefferminze, Hopfensprossen mixen.
Wildkräuter-Spinat
Eine große Menge Wildkräuter (bes. Brennnessel
und Giersch) waschen und blanchieren (kurz in heißes Wasser) oder dämpfen, dann
im Mixer oder mit Pürierstab pürieren. Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten,
evtl. etwas Vollkornmehl-Schwitze machen und grüne Masse dazugeben, mit saurer
Sahne, Salz und Muskat abschmecken. Zu Kartoffeln oder Vollkorn-Nudeln.
Wildkräuter-Pesto
Multivitamine zum
Würzen, für Pasta oder auf Brot
Verschiedene Wildkräuter, z.B. Giersch, Brennnessel, viel Knoblauchrauke ganz
fein mit etwas Meersalz oder Shoyu und gutem Olivenöl pürieren (evtl. Knoblauch
oder andere würzige Küchenkräuter und Sonnenblumenkerne mitpürieren). In ein
Glas füllen, mit Olivenöl bedecken, ab in den Kühlschrank und rasch verbrauchen.
Wildkräuter-Quark
Magerquark mit Salz,
frischem Leinöl und viel grob geschnittenen Wildkräutern vermischen, zu
Pellkartoffeln oder Vollkornbrot.
Noch ein kleiner Exkurs in
„Nahrhafte Landschaften“
früherer Jahrhunderte
In vielen Gegenden Deutschlands, Österreichs und
der Schweiz wurden noch bis in die Nachkriegsjahre hinein die in den jeweiligen
Landstrichen natürlich wachsenden Pflanzen für die menschliche Ernährung
genutzt. So wurde in den rauen Lagen der Alpen, in denen wenig Obst- und
Gemüseanbau möglich war, der Alpenampfer, auch „Blacken“ genannt, umfangreich
als Futter-, Nahrungs-, Heil- und Hilfsmittel genutzt. Nicht nur eine nahrhafte
Silage für die Tiere wurde daraus hergestellt, sondern auch eine Art Spinat und
Sauerkraut für die Menschen, die Stiele wurden wie Rhabarber verwendet. Die
Nachtkerzenwurzel wurde als „Schinkenwurz“ zubereitet, die Triebe des
Waldgeißbartes und des Wilden Hopfens als Spargelgemüse. Eicheln wurden
entbittert und zu Kaffee geröstet, das Eichelmehl verbacken. Holzasche wurde als
Wasch-, Desinfektions- und Heilmittel eingesetzt, Blätter und Rinde
verschiedener Bäume getrocknet, vermahlen und als „Streckmittel“ dem Brotmehl
und Suppen zugesetzt, - eine wahrhaft gesunde Sparmaßnahme! Wildobst wie
Hagebutten und Kornelkirschen, Berberitzen, Waldbeeren, Schlehen, Holunder,
Trauben- und Judenkirschen wurden zu Marmelade, Most, Suppen, Früchtetee, Wein
und Likör verarbeitet. Pilze, das „Fleisch des Waldes“, Flechten und Farne
wurden ebenfalls vielfältig genutzt. Das Isländische Moos galt nicht nur als
hervorragendes Heil- und Nahrungsmittel, - man kochte eine nahrhafte „Moossuppe“
daraus -, sondern es diente auch – wie die Farne – als Konservierungs- und
Frischhaltemittel für Obst, Gemüse und Käse. Farne stopfte man außerdem in
Matratzen und Oberbetten gegen Rheuma und Gicht sowie Ungeziefer aller Art,
außerdem waren sie zur Schneckenbekämpfung und Bodendüngung willkommen.
Es war vielerorten üblich, Kräuter, Wildgemüse
und Wildobst zu sammeln und zu verarbeiten und an sogenannte „Dürrkräutler“ in
Städten zu verkaufen, Medizinalhandlungen, deren es z. B. in Wien viele gab.
Sammelnutzungen hat es schon immer gegeben. Sie
waren ein Hauptbestandteil unserer Ernährung bis weit in unsere Zeit. Besonders
in den Gebirgsregionen fußte die Ernährung der Bewohner auf der breiten Nutzung
dessen, was die umgebende Natur ihnen darbot.
Erprobtes Wissen unserer Vorfahren über die
Nutzbarkeit von Pflanzen als Nahrung, Nahrungsstreckmittel, Heilmittel,
Konservierungs- und landwirtschaftliche Hilfsmittel ist verloren gegangen und
damit auch kluge, zusammenhängende Wirtschaftsprinzipien wie Vielfachnutzung,
Tauschen, Bewirtschaftung mit mehreren Standbeinen, Abfallverwertung,
ortsbezogene Nutzung, Vorratswirtschaft, Hilfsmittel aus der Natur usw. Die
Industrialisierung von Landwirtschaft und Nahrungsmittelherstellung führte nicht
nur zur Entwertung und „Entleerung“ von Landschaftsstrukturen, sondern auch von
einstmals vitalstoffreichen Lebensmitteln.
Machen wir uns die außerordentlich großen
„Geschenke“ unserer Natur wieder bewusst, indem wir sie aufmerksam, liebe- und
achtungsvoll annehmen und altes Wissen wiederzuerlangen und zu erhalten suchen!
Zu guter Letzt...
Nehmen Sie sich Zeit,
machen Sie das „Kräutli-Sammeln“ zur Meditation. Freuen Sie sich über den
„Schatz“ in Ihrem Garten, treten Sie in Kontakt mit jeder Pflanze, danken Sie
ihr! Schon allein dieser bewusste Umgang mit den Pflanzenwesen wird Ihnen
unschätzbaren gesundheitlichen Gewinn bringen! Beobachten Sie, wie sich die
Kräuterflora in Ihrem Garten verändert: Jahrhundertealte Überlieferungen
besagen, dass immer genau die Kräuter in unsere nähere Umgebung kommen, die wir
gerade benötigen, aber auch annehmen und schätzen können. Ich kann dies aus
eigener Erfahrung bestätigen: Seit die Wildkräuter von März bis Oktober zu
meiner täglichen Ernährung gehören, hat sich die Artenvielfalt in meinem Garten
auffällig vergrößert. Und „Beziehungsprobleme“ mit „Un“kräutern gibt’s auch
nicht mehr!
Sogar „Wunschkräuter“ (z.
B. Knoblauchrauke und Herzgespann – vorher nie in meinem Garten gesehen) waren
urplötzlich da. Und jedes Jahr kommen neue Arten hinzu. Als ob sie spüren, dass
sie hier gebraucht, geschätzt und geliebt werden...
Mehr zum Thema Wild- und
Heilkräuter erfahren Sie in meiner Broschüre „Grüne Kraft aus dem Garten“ und in
meinen Kräuterseminaren.
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